Uli arbeitet als Knecht beim Bodenbauer und kann sich nur mit Mühe der heiratslustigen Frauen erwehren. Er ist nicht groß um einen guten Ruf bemüht - wozu auch? Doch sein Meister weiß, wie wichtig ein solcher ist. Wenn man einmal einen guten Namen hat, sagt er, kann er einem nicht mehr weggenommen werden - und er verhilft einem zu einem besseren Leben. Das überzeugt Uli, und er bemüht sich. Der Bodenbauer vermittelt ihm schließlich eine Stelle bei seinem Vetter Joggeli im Glunggenhof, wo sich Uli gut macht. Die Tochter des Glunggenbauern wäre außerdem eine gute Partie. Aber hilft ihm jetzt sein guter Name? 'Uli der Knecht' gehört zu den bedeutendsten Bildungsromanen der Weltliteratur und erscheint hier mit einem Glossar der schweizerdeutschen Ausdrücke.»Er ist der Dichter des Menschen, der ewig derselbe ist. Deswegen weht auch in seinem Werk eine Luft wie in der Bibel und in Homer, die sind von Himmel und Erde umfangen.«
Über den Autor Gotthelf, Jeremias
Jeremias Gotthelf, geboren 1797 in Murten als Albert Bitzius, war Theologe und lebte als Pfarrer in Lützelflüh im Emmental. Erst mit 40 Jahren begann er zu schreiben. Es entstanden 13 Romane sowie 75 Geschichten, die alle von den Menschen und vom Leben im Emmental erzählen und eine ländliche Comédie humaine bilden. Gotthelf starb 1854 in Lützelflüh.Philipp Theisohn, geboren 1974 in Bad Dürkheim, ist Professor für Neuere deutsche Literaturwissenschaft und Direktor des Zentrums für literarische Gegenwart an der Universität Zürich. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen unter anderem die Literaturen der Schweiz.